Ausgangslage
Im Rahmen des Neubaus der Unterführung Hubstrasse ist den Visualisierungen zu entnehmen, dass Wände und Decken in schlichter Betonoptik ausgeführt werden sollen. Diese Lösung ist zwar funktional und sie reiht sich auch in die graue Tonalität der Anschlussbauten ein, ist aber tatsächlich ein ungenutztes Potential für eine anregende und urbane Stadtgestaltung. Die Freigabe einer Wandseite in der Unterführung als Mural-Fläche (Wandbild) wäre ein sichtbares Zeichen für eine lebendige Stadt! Sie eröffnet einen markanten Platz für bildnerische Kunst im öffentlichen Raum und macht Kunst niederschwellig für alle erlebbar. Statt einer weiteren anonymen Betonwand entsteht ein identitätsstiftendes und sich veränderndes Kulturobjekt!
Das Anliegen der Interpellation ist
Die Stadt soll diese einmalige Chance nutzen und diese prominente Plattform für professionelle, grossformatige Murals bereitstellen. Die Wand soll in einem zeitlichen Turnus neu gestaltet werden und so immer wieder Impulse für ein lebendiges Stadtbild setzen. Ähnliche Modelle sind bereits erfolgreich in Städten wie St. Gallen, Zürich, Chur und Luzern etabliert. Mit der künstlerischen Bespielung der Unterführung Hubstrasse könnte sich Wil auf diesem Niveau positionieren. Die Umsetzung soll grossmehrheitlich aus der Zivilgesellschaft kommen.
Eigenverantwortung und private Initiative
Die Betreuung, Organisation und Finanzierung der Mural-Wand soll in die Hände eines unabhängigen, privat organisierten Vereins oder Gremiums gelegt werden. Dieses Gremium übernimmt die Künstlerauswahl, die Sponsorensuche, die Organisation der Umsetzungen sowie die Kommunikation mit der Öffentlichkeit.
Rolle der Stadt
Die Stadt Wil bringt sich in beratender Funktion ein und stellt sicher, dass die städtebaulichen und rechtlichen Rahmenbedingungen gewahrt bleiben. Die operative Verantwortung soll aber bei den privaten Akteuren liegen.
Finanzierung
Das Projekt soll ohne oder mit nur minimalem Einsatz öffentlicher Mittel realisiert werden. Die Finanzierung erfolgt primär durch Sponsoren, Stiftungen, Lotteriefonds und private Unterstützer. Eine mögliche finanzielle Unterstützung durch die Stadt soll aus bestehenden Kulturförder-Töpfen und/oder eingesparten Geldern für das Weglassen (und Unterhalt) des Graffitischutz erfolgen.
Lokale Ausführung
Die Applikation der Wandbilder soll, sofern Künstler und Werk es zulassen, professionell vom lokalen Malergewerbe oder unter dessen Mitwirkung ausgeführt werden. So sind eine qualitativ hochwertige Ausführung sowie Unterhalt und Nachbesserungen sichergestellt
Fragen an den Stadtrat
- Ist er gewillt bei der Planung der Unterführung Hubstrasse eine Wandseite für die regelmässige, professionelle künstlerische Bespielung freizugeben? Falls nein, welche Gründe sprechen aus Sicht des Stadtrates gegen das Anliegen?
- Ist er bereit, die Betreuung und Organisation in die Verantwortung eines unabhängigen, privat getragenen Gremiums oder Vereins zu legen, in dem die Stadt beratend vertreten ist? Allenfalls gibt es ein bereits bestehendes Gebilde, welches diese Aufgabe übernehmen könnte, ohne damit die Stadtverwaltung zu belasten. Sollte der Stadtrat eine ganz andere Vorstellung der Organisation haben, dann soll er diese bitte erläutern.
- Bietet der Stadtrat Hand, die Umsetzung des Projekts im Rahmen einer kostenneutralen oder nahezu kostenneutralen Finanzierung zu ermöglichen? Falls die Idee eine Anschub- oder eine periodische Stadtfinanzierung benötigen sollte, wird der Stadtrat gebeten aufzuzeigen, ob hierfür ein bestehendes Gefäss herangezogen werden kann.
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