«Wil will wohnen!» Anliegen berechtigt, Weg falsch - ungeignet, zu starr und unrealistisch
Die FDP Wil anerkennt, dass bezahlbarer Wohnraum wichtig ist für Familien, ältere Menschen und junge Erwachsene. Trotzdem empfiehlt die FDP Wil den Stimmberechtigten, die Initiative am 8. März 2026 abzulehnen. Die geforderte Quote von 10 Prozent gemeinnütziger Wohnungen bis 2050 ist nicht realistisch und kein sinnvoller Beitrag zur Lösung der aktuellen Herausforderungen
Worum es geht?
Die Initiative verlangt, dass der Anteil gemeinnütziger Wohnungen in Wil bis 2050 von heute rund 3 auf mindestens 10 Prozent steigt. Das würde über 1’000 zusätzliche gemeinnützige Wohnungen erfordern – bei knappen Bauflächen, rechtlichen Grenzen für Umnutzungen und beschränkten finanziellen Mitteln der Stadt.
Stadtrat und Stadtparlament lehnen die Initiative ab, weil:
- ihr Grundanliegen bereits verfolgt wird (Stadtentwicklungskonzept, Richtplan, konkrete Nut-zungsplanungen),
- das Ziel quantitativ kaum erreichbar ist,
- und sie keine wirksamen neuen Instrumente bringt.
Die FDP Wil unterstützt diese Einschätzung.
Warum die FDP Wil die Initiative ablehnt
Instrument ungeeignet
Die FDP Wil anerkennt die Rolle von Wohnbaugenossenschaften bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Wohnbaugenossenschaften sollen aber aus der Zivilgesellschaft entstehen, nicht aus der Verwaltung. Statt starrer Quoten braucht es gezielte Projekte und Kooperationen, insbesondere auf städtischem Land und bei neuen Arealentwicklungen, welche die Bauherren, seien es Genossenschaften oder Private, gemeinsam mit der Stadt entwickeln können
starre Vorgaben gefährden Investitionen
Wil ist auf zeitnahe Investitionen in qualitativ guten Wohnraum angewiesen. Aktuell liegt die Quote von gemeinnützigem Wohnbau in der Stadt Wil so tief, dass in absehbarer Zeit nur noch oder vornehmlich in diese Wohnbauform investiert werden könnte, damit die Quote erreicht wird. Das ist völlig unrealistisch, und damit sinkt auf privater Seite die Bereitschaft, zu bauen. Dann bleiben wichtige Flächen ungenutzt – mit negativen Folgen für Angebot, Vielfalt und Attraktivität des Wohnungsmarkts. Die Eigenverantwortlichkeit von Bauherren darf nicht durch untaugliche staatliche Vorgaben eingeschränkt werden. Es gibt genügend negative Beispiele aus anderen Städten, die deutlich machen, dass zu viele Eingriffe des Staates in den Wohnungsmarkt zu kontraproduktiven Effekten führen können: statt mehr wird weniger inves-tiert.
Bessere Instrumente sind vorhanden
Bereits heute setzt die Stadt bei Arealentwicklungen auf vielfältige Wohnungsmixe und die Möglichkeit, gemeinnützigen Wohnraum gezielt zu integrieren. Stadtentwicklungskonzept, Richtplan und Nutzungsplanung sind dafür die richtigen und wirksameren Instrumente als eine zusätzliche Quote in der Gemeindeordnung.
Für eine pragmatische Wohnpolitik
Die FDP Wil setzt sich ein für:
- gute Rahmenbedingungen für privaten und genossenschaftlichen Wohnungsbau,
- Entwicklung statt Blockade: Areale sollen vorankommen, nicht durch überzogene Erwartun-gen gebremst werden.
- realistische Ziele statt sozialistische Utopien
Wohnraum – ja. Diese Initiative – nein.
Darum empfiehlt die FDP Wil den Stimmberechtigten, am 8. März 2026 ein klares Nein zur Initiative «Wil will wohnen!» in die Urne zu legen.