Zugunsten von Parteipolitik die Bedürfnisse von Uzwil nicht berücksichtigt

Medienmitteilung der Ortspartei Uzwil

Quelle: Tagblatt, Larissa Flammer, 19.03.2021

36.20.03 Kantonsratsbeschluss über den Umbau des Knotens Augarten der Kantonsstrasse Nr. 38 in Uzwil

Sehr geehrte Damen und Herren

Der Kantonsrat hat über das Geschäft 36.20.03 beschlossen und wird auf das Geschäft nicht eingehen. Gerne teilen wir Ihnen im Folgenden unsere Stellungnahme zur Ablehnung dieser Ausbau-und Sanierungsvorlage mit.

Mit der Ablehnung der Ausbau-und Sanierungsvorlage für die Augarten-Kreuzung setzt sich im Kantonsrat die Parteipolitik zuungunsten der Bedürfnisse der Grossregion Uzwil durch. Einin höchstemMasseineffizienter, von Bürokratie durchwachsener und durch Steuergelder finanzierter Prozess endet nun in einem Scherbenhaufen, wobei primär die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Uzwil den Kürzeren ziehen.

Es scheint eine alte Zeit angebrochen, in derverschiedene Gespanne in verschiedene Richtungen ziehen. Das Paradoxe daran, die Sanierung der Augarten-Kreuzung wäre Voraussetzung, dassauch in Zukunft in verschiedene Richtungen gezogen werden kann.

Es ist nicht nur eine Überraschung. Nein es ist eine Klatsche. Eine Klatsche füralle Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich direkt oder indirekt durch eine überalterte Augarten-Kreuzung betroffen sind. Kaputter Belag, vorübergehende Kapazitätsengpässe, tägliche Begegnung mit einem nervenraubenden Problem. Wer zu Stosszeiten die Augarten-Kreuzung passiert, kennt diese Herausforderungen. Sie kosten Zeit, Nerven und Geld.

Es fehlt ein Mobilitätskonzept, erklären die einen, die Klimaproblematik sei nicht berücksichtigt, die anderen. Das Velo biete grosses Potenzial für Verkehrsverlagerungen, monieren weitere. Wo das hinführt? Genau, zum Status Quo. Keine Verbesserung, obschon es offensichtlich eine Verbesserung braucht.

Dass Umweltfragen berücksichtigt werden müssen, darüber herrscht Konsens. Dass eine Unterführung keine leichtumsetzbare Lösung ist, zeigt sich mit einfacher Geometrie. Ein Kreisel ist aufgrund der Verkehrssicherheit suboptimal und löst auch kein Flaschenhalsproblem. Dennoch muss eine Verbesserung her. Der Verkehr selbst wird auch in naher Zukunft nicht abnehmen. Er nimmt nicht nur an der Augarten-Kreuzung nicht ab, sondern auch nicht in ihrer Umgebung. Schauen wir doch, dass dessen Belastungszeit für die Umwelt sinkt, indem wir die Wege verkürzen. Zudem wird sich das Umweltproblem in erster Linie nicht an der Strasse selbst lösen lassen, sondern vor allem an den Fahrzeugen. Diese Entwicklung hat aber erst gerade Fahrt aufgenommen und wird noch sehr viel Potenzial freisetzen.

Der angerichtete Scherbenhaufen hat zum Vorteil, dass die Herausforderung «Augarten-Kreuzung» nun ganzheitlich angegangen werden kann, indem Altbewährtes neu gedacht und zugunsten der Lösung auf Parteipolitik verzichtet wird. Vielleicht bietet die Kombination aus einer kantonalen und nationalen Lösung Chancen für die stark wachsende Agglomeration zwischen Wil, Uzwil und Gossau, bei einer gleichzeitigen Entflechtung des Verkehrs. Ein mittelfristiger Lösungsansatz ist eine erweiterte Lichtsignalanlage, die bereits den Autobahnanschluss miteinbezieht. Der Verkehr kann so aktiv geführt, effizienter getaktet und so auch besserdosiert werden. Langfristig könnte es möglicherweise eine Lösung sein, dass die wachsende Agglomeration auch in der Erweiterung der A1 mit zusätzlichen Anschlusswerken berücksichtigt wird. Dies hätte optimalerweise eine lokale Entlastung der Augarten-Kreuzung zur Folge. Diese unkonventionelle Idee dient sowohl als Gedankenanstoss als auch Sinnbild für diese verfahrene Situation.

Aus Sicht der FDP Uzwil ist es nicht vertretbar, dass nach mehr als 10 Jahren weder eine konsensfähige Lösung gefunden, noch die Bedürfnisse der Grossregion Uzwil berücksichtigt wurden. Zudem ist Stand heute noch immer keine Alternative vorhanden. Verzichten wir auf ideologisches gegeneinander ausspielen von einzelnen Verkehrsmitteln und sorgen dafür, dass die Bürokratie abgebaut wird. Gehen wir diese Herausforderung endlich gemeinsam an.

Freundliche Grüsse
FDP.Die Liberalen Uzwil

Yves Beutler
Präsident